Verkörperung
Die spirituelle Sicht auf Verkörperung (Embodiment) geht davon aus, dass der Mensch nicht nur einen Körper hat, sondern dass sich Bewusstsein, Seele und Geist durch den Körper ausdrücken und erfahren. Verkörperung bedeutet in diesem Verständnis, die eigene Essenz, die eigene innere Wahrheit, vollständig im physischen Leben, im Alltag, zu leben. Das ist eine Herausforderung, bei der es sich richtig lohnt, sich anzunehmen
Verkörperung bedeutet nicht, jemand anderes zu werden.
Verkörperung bedeutet, immer mehr die Person zu sein,
die man im Innersten bereits ist.
Die Seele erwacht im Bewusstsein und entfaltet sich im und durch den Körper
Was bedeutet das?
- Der Körper ist die Einheit, die der Seele die Möglichkeit gibt, sich in der Materie auszudrücken. Der Körper ist kein Hindernis auf dem spirituellen Weg, sondern das Instrument, durch das die Seele:
- Erfahrungen sammelt,
- Gefühle erlebt,
- Beziehungen gestaltet,
- Bewusstsein erweitert,
- Liebe ausdrückt. Verkörperung bedeutet daher, die Seele zu erkennen und zu integrieren, damit sie im Alltag sichtbar werden kann.
2. Viele spirituelle Lehren beschreiben den Menschen als Brücke zwischen:
- Himmel und Erde
- Geist und Materie
- Bewusstsein und Form
- Yin und Yang
- Göttlichem und Menschlichem
Verkörperung bedeutet in diesem Sinne beide Pole anzunehmen und gleichermaßen zu akzeptieren. Das hilft, die Auswirkungen der Dualität immer mehr zu überwinden.
Ein wichtiger Leitsatz für Entwicklung kann hier sein:
- Ich bringe das Licht in den Körper. Anstelle von: Ich möchte dem Körper entkommen.
- Oder auch
- Ich bringe den Geist in die Materie. Statt: Ich will Materie vergeistigen.
- Spirituelle Entwicklung wird manchmal gleichgesetzt mit dem Verlassen der materiellen Ebene. So, als wäre es sinnvoll, wenn wir dahin kommen, dass die Welt der Materie bedeutungslos wird. Dann sind wir aber raus aus der Welt und werden es schwer haben in menschlichen Bezügen zu sein. Mehr Sinn macht es für mich, einen anderen Umgang mit Materie zu finden, damit ich innerhalb menschlicher Gemeinschaften meinen Weg finden und gehen kann.
Dabei hilft:
- vollständig im Hier und Jetzt zu sein,
- Emotionen zu fühlen statt verdrängen,
- den Körper wahrzunehmen,
- den Alltag bewusst zu leben,
- Spiritualität im Handeln zu zeigen.
- Je tiefer die Verkörperung, desto natürlicher werden Mitgefühl, Klarheit und Authentizität.
- Neuere Ansätze verbinden Spiritualität mit Erkenntnissen über das Nervensystem.
Ein reguliertes Nervensystem ermöglicht:
- innere Sicherheit,
- Offenheit,
- Verbundenheit,
- Mitgefühl,
- intuitive Wahrnehmung.
- Viele Menschen erleben spirituelle Erfahrungen leichter, wenn der Körper den dauerhaften Stressmodus überwunden hat. Das ist Teil der spirituellen Entwicklung
Es ist möglich, hohe Bewusstseins- und Schwingungszustände mit energetischer und spiritueller Arbeit zu erreichen. Ob sie sich in der Gegenwart, im Alltag, im Blick auf die Welt, im konkreten Verhalten auswirken hängt davon ab, ob die erreichten Veränderungen im Körper manifestiert sind. Eine spirituelle Erfahrung ist erst dann voll wirksam, wenn sich zeigt in
- Verhalten,
- Stimme,
- Haltung,
- Atmung,
- Beziehungen,
- Entscheidungen.
Eine Erfahrung gilt erst als verkörpert,
wenn sie den Alltag erlebbar verändert.
Alles Erlebte, Erfahrene und verarbeitete wirkt erst dann, wenn es geerdet, also im Körper integriert ist. Zu diesem Prozess gehören auch Schattenarbeit, also die Heilung und Integration von Angst, Trauer, Wut, Scham und Verletzlichkeit, Vertrauen und Liebe. Der Weg hat keinen Anfang und kein Ende, sondern führt uns so lange weiter, bis wir unsere Lebensziele erreicht haben.